Die Lausitzwölfe werden mehrsprachig

Multimedia-Dauerausstellung in Rietschen entsteht

Mit einer Multimedia-Ausstellung, die das Leben der Wölfe in Deutschland anschaulich dokumentieren wird, planen der NABU und das Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz eine attraktive Bereicherung für Tourismus und naturkundliche Bildung in der Lausitz.

„Seit Ende der neunziger Jahre Wölfe nach Sachsen gekommen sind, wird über diese Sensation kontrovers diskutiert. Eine umfassende, zeitgemäße Ausstellung über die faszinierenden Einwanderer aus Polen gab es bisher aber nicht, obwohl für kaum eine andere Tierart ein so großer Informationsbedarf besteht wie für die Wölfe“, erläutert Bernd Heinitz, Geschäftsführer des NABU Sachsen. „Das wird sich jetzt ändern. Eine Dauerausstellung soll zum Abbau von Informationsdefiziten und Vorurteilen gegenüber dem Wolf beitragen und die Bereitschaft fördern, seinen Lebensraum zu schützen“

Jana Schellenberg vom Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz: „Zusammen mit Vorträgen, Exkursionen und vielen anderen Veranstaltungen, die wir anbieten, wird diese Ausstellung – in deutscher, polnischer und englischer Sprache – über Biologie und Lebensweise des Wolfes aufklären und über Ergebnisse der Wolfsforschung in Deutschland und Polen informieren. Sie wird so konzipiert, dass sie ein breites Publikum anspricht und auch in den schulischen und außerschulischen Unterricht einbezogen werden kann.“

Die EU fördert das Vorhaben mit 37.500 Euro. Die Mitwirkung des NABU an der Rietschener Ausstellung wird von der Volkswagen AG finanziell unterstützt. Als Projektpartner konnten das Staatliche Museum für Naturkunde Görlitz und das Wildbiologische Büro Lupus gewonnen werden. Die Gemeinde Rietschen errichtet ein Schrotholzhaus für die Unterbringung der Wolfsausstellung, das auch für Veranstaltungen zum internationalen Wolfsmanagement genutzt werden kann. Die Eröffnung der neuen Multimediaschau ist für Juli 2007 geplant.

Derzeit leben in Sachsen 16 Wölfe in zwei Rudeln – nach wie vor das einzige gesicherte Vorkommen von wildlebendenden Wölfen in ganz Deutschland. Die streng geschützten Raubtiere fanden im Truppenübungsplatz Oberlausitz und den angrenzenden Wäldern offensichtlich gute Lebensbedingungen. Damit das so bleibt, sorgen der NABU und seine Arbeitsgruppe Pro Wolf für sachliche Information rund um den Wolf und damit für mehr Akzeptanz und für seinen Schutz. Das geschieht in enger Zusammenarbeit mit dem Wildbiologischen Büro Lupus und dem 2004 vom Landkreis eingerichteten Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz in Rietschen.

Der NABU möchte mit der geplanten Ausstellung einen Beitrag dafür leisten, dass die Reaktionen auf die Einwanderer aus Polen auch weiterhin überwiegend positiv sein und dass viele Sympathisanten helfen werden, diesen faszinierenden Tieren in Sachsen wie in Westpolen ein Zuhause zu garantieren. Denn auf Dauer können sie nur überleben, wenn nicht nur der sächsische Lebensraum gesichert ist, sondern auch die Wölfe in Westpolen eine Zukunft haben.

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