Bundesweit immer weniger Spatzen

Ergebnisse zur „Stunde der Gartenvögel“

So nimmt die Zahl der Spatzen kontinuierlich ab, was sich mittlerweile auch im Nordosten der Bundesrepublik bemerkbar macht. „In Berlin wurden rund 16 Prozent weniger Haussperlinge gezählt als 2009, in Mecklenburg-Vorpommern waren es etwa ein Viertel weniger“, berichtete NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Die Ursachen will der NABU nun näher untersuchen.

 Entwarnung gibt es hingegen bei den Grünfinken, die im vergangenen Jahr in einigen Regionen mit einem Massensterben für Schlagzeilen gesorgt haben. „Die Population der Grünfinken ist stabil geblieben, bundesweit wurden sogar vier Prozent mehr Vögel dieser Art gemeldet“, erklärte NABU-Vogelschutzexperte Markus Nipkow. Die Zahlen dokumentieren zudem, dass winterempfindliche Arten wie der Zaunkönig die strengen Wintermonate gut überstanden haben. „Zaunkönige müssen demnach im letzten Jahr sehr erfolgreich gebrütet haben, nachdem bereits der vorvorige Winter zu einer stärkeren Auslese geführt hatte“, so Nipkow.

 Besonders erfreulich sind die Zahlen beim Gartenrotschwanz ausgefallen. Der südlich der Sahara überwinternde Zugvogel wurde deutschlandweit etwa doppelt so häufig gemeldet wie im Vorjahr. Den stärksten Zuwachs stellten die Vogelfreunde in Rheinland-Pfalz, Hessen und Niedersachsen fest, wo der Gartenrotschwanz teilweise auf der Roten Liste gefährdeter Vogelarten steht.

 Die „Stunde der Gartenvögel“ wurde 2005 bundesweit ins Leben gerufen. Die beiden Naturschutzverbände greifen damit eine Idee aus England auf, wo Vogelfreunde schon seit 1979 einen „Big Garden Birdwatch“ veranstalten. Zur Interpretation der Daten weist der NABU darauf hin, dass Veränderungen der Zählergebnisse nicht zwangsläufig mit Veränderungen der Vogelbestände gleichzusetzen seien. So wurden diesmal weniger Mauersegler und Mehlschwalben registriert, doch nach Beobachtungen der Vogelkundler waren die Insektenjäger vielerorts infolge des nass-kalten Wetters einfach weniger „unterwegs“. „Deswegen ist es so wichtig, Langzeitdaten zu sammeln, mit denen sich punktuelle Beeinträchtigungen wie das Wetter von nachhaltigen Einflüssen trennen und Bestandstrends erkennen lassen“, begründete Nipkow den alljährlichen Aufruf.

Die Ergebnisse der „Stunde der Gartenvögel“ sind im Internet unter www.nabu.de und unter www.stunde-der-gartenvoegel.de zu finden.

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