Auch 2006 wieder Wolfsnachwuchs in Sachsen

Genaue Anzahl noch ungewiss

Auch 2006 wieder Wolfsnachwuchs in Sachsen
Genaue Anzahl noch ungewiss / Welpen sind nun fast zwei Monate alt

In der sächsischen Oberlausitz hat es erneut Wolfsnachwuchs gegeben. Wie Jana Schellenberg vom Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz“ mitteilt, kamen sowohl in der Muskauer Heide wie auch in der Neustädter Heide Welpen zur Welt. Wie viele es in beiden Rudeln sind, weiß man aber vorläufig noch nicht.

Hoffnung auf Nachwuchs bestand bereits seit längerem, da in den Bereichen, die im vergangenen Jahr zur Welpenaufzucht gedient hatten, auch 2006 wieder eine intensive Nutzung durch die Wölfe festgestellt werden konnte. Nun fanden die Wolfsexpertinnen Gesa Kluth und Ilka Reinhardt vom Wildbiologischen Büro Lupus am vergangenen Sonntag (25.) auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz auch tatsächlich erste Spuren, die von etwa sieben Wochen altem Nachwuchs stammen. Die Welpen kommen nun schon zum Spielen heraus auf die Sandflächen;

Direkt bekommt man frei lebende Wölfe kaum zu Gesicht. Zur sicheren Spuren-Identifizierung ist viel Erfahrung nötig.

Auf dem Truppenübungsplatz waren 1998 erstmals zwei Wölfe gesichtet worden. Zwischen 2000 und 2005 wurden dort 26 Wölfe geboren. Die beiden Wolfsreviere im Osten Sachsens erstreckt sich über rund 70.000 Hektar. Einzelne Wolfsmeldungen gibt es immer wieder auch aus umliegenden Regionen, darunter in diesem Jahr aus dem Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft und aus dem südbrandenburgischen Landkreis Spree/Neiße.

Unterdessen kamen Untersuchungen des Naturkundemuseums Görlitz an einer Mitte Februar auf der A 15 in Südbrandenburg überfahrenen Wölfin zu dem überraschenden Ergebnis, dass diese noch in ihrem ersten Lebensjahr war, bei einer anzunehmenden Geburt Anfang Mai also im Alter von nur neun Monaten starb. Auf Basis amerikanischer Studien gingen Wildbiologen bisher davon aus, dass die Jungwölfe ihr Elternrudel in der Regel erst in ihrem zweiten Lebensjahr verlassen. Neuere Forschungen aus Skandinavien zeigen allerdings, dass dort die Jungwölfe bereits mit 10 bis 14 Monaten abwandern. Erklärt wird dies mit der geringen Beutetierdichte, was aber für Westpolen und Deutschland keinesfalls zutrifft. Warum die Wölfin so früh abgewandert ist, bleibt daher weiter offen.

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