Schwarzer Krächzer mit Redetalent

Der Kolkrabe (Corvus corax)

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Ihr schönes, kohlschwarzes Gefieder glänzt wie lackiert und irisiert in der Sonne auch stellenweise stahlblau und schiefergrau. Am Boden sind sie an ihrer stattlichen, deutlich mehr als Krähen eigenen Größe und dem vergleichsweise langen Schwanz erkennbar. Im Flug wird die Schwanzform mit der bogig gerundeten Unterkante noch deutlicher zum Unterscheidungsmerkmal gegenüber anderen Rabenvögeln.

Raben sind außerdem phantastische Flugkünstler, die durch ihre kräftigen, aber gemächlichen und gleichzeitig gut hörbaren Flügelschläge auffallen. Auffallend ist auch ihre Vorliebe für ausdauernde, paarweise Flugspiele. Dabei kreisen die Partner umeinander oder nebeneinander, packen sich gegenseitig an den Füßen, wobei sich einer der Vögel in der Luft auf den Rücken dreht. Oder sie fliegen übereinander und einer von beiden lässt sich mit hängenden Flügeln im Sturz auf den anderen fallen. Wer das Glück hat, dabei Zuschauer zu sein, kommt aus dem Staunen über solch meisterhaft elegante Flugmanöver kaum mehr heraus.

Raben sind ziemlich anpassungsfähig, wenn es darum geht, satt zu werden. Fleisch wird besonders gern genommen, auch Aas wird nicht verschmäht. Aber Samen und Früchte, Brot und andere organische Hausabfälle gehören genauso zu ihrer Nahrung. Man kann nicht nur Saatkrähen sondern auch Raben ebenso im Kirschbaum antreffen, wie man sie gelegentlich auch Kartoffeln zum Verspeisen an den jungen Trieben aus dem Boden ziehen sieht.

Jäger und Viehhalter haben Raben, ähnlich wie andere vermeintliche Konkurrenten, als Jagd- und Landwirtschaftsschädling in Verruf gebracht. Bis heute versuchen sie, so die einst massive Verfolgung zu rechtfertigen. Zum Glück jedoch hat der aktuelle Schutzstatus für Kolkraben den Rückgang durch Abschüsse, Vergiftung, Zerstörung von Horsten und Gelegen aufhalten können. Seit Ende der 1950ziger Jahre haben sich die Bestände auch in den Mittelgebirgs- und Tieflagen Mitteleuropas gebietsweise wieder erholt. Dennoch bleibt die Bestandsentwicklung manchenorts auch heute weiter hinderlichen Einflüssen ausgesetzt. Dazu zählen nicht zuletzt auch immer noch die bewaffneten Verfolger angeblicher „Galgenvögel“.

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Aufnahme: G. Tembrock
Ort: Zoologische Gärten Halle und Berlin
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