Die Wildnis ruft im Chor

Der Wolf (Canis lupus)

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Die Entwicklung der Wolfsbestände und der Einfluss, den Menschen darauf nehmen, sind auch heute noch nahezu rund um den Globus durch zwiespältige Haltungen beeinflusst.
Zum einen setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass Natur- und Artenschutz langfristig nur sinnvoll und gleichzeitig erfolgreich sind, wenn sich in geschützten Lebensräumen die natürliche Balance zwischen Jägern und Gejagten wieder einstellen kann. Wölfe zum Beispiel halten in ihren Territorien die Bestände anderer Wildtiere wirksamer im Gleichgewicht als menschliche Jäger. Das Washingtoner Artenschutzabkommen, die Berner Konvention, die europäische Flora, Fauna, Habitat Richtlinie (FFH) (und in Deutschland auch noch das Bundesnaturschutzgesetz) sehen den Schutz von Wölfen unter anderem durch den Erhalt geeigneter Lebensräume vor und verbieten den Abschuss bei Strafe.

Zum anderen aber steht Wolfsschutz noch lange nicht überall auf der Tagesordnung staatlicher Naturschutzpolitik. Und auch dort, wo das der Fall ist, kämpfen Wolfsschützer dennoch mit Widerständen. Der uralte Mythos von der Wildheit der reißenden Bestie taugt eben immer noch, um die Märchen wieder auszugraben, die das Jagdfieber anheizen und den Absatz von Skandalblättern steigern. In vielen Regionen Osteuropas macht man sich auch heute als Wolfsjäger keineswegs strafbar. Aber auch im Süden oder Norden, beispielsweise in Spanien, oder Norwegen ist das Wolfsleben nicht völlig sicher, weil hier in so genannten Konfliktsituationen Abschüsse genehmigt werden. Und selbst in Ländern wie zum Beispiel  Frankreich, Italien, Polen, Österreich oder Deutschland, wo der gesetzliche Bestandschutz vollständig ist, gibt es Menschen mit unbegründet feindseliger Haltung und daher auch hier noch keine hundertprozentigen Garantien für ein ungestörtes Wolfsdasein.

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Aufnahme: B. Eitner
Ort: Zoologischer Garten, Nürnberg
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