Scharfe Pfiffe gegen Horstfriedensbruch

Der Fischadler (Pandion haliaetus)

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Man sollte meinen, im Suchflug aus der Luft oder von einem Baumast aus wären Fische nur in klarem Wasser zu erspähen. Aber was ein wahres Adlerauge ist, das nimmt auch in weniger klarem Wasser die entscheidenden Bewegungsmuster wahr und stößt pfeilschnell darauf zu. Um die Beute zu stellen, ist sich der Adler zu einem kurzen Tauchbad nicht zu fein. Ein Seeadler dagegen macht sich keine einzige Feder nass beim Fischen. Er greift nur blitzschnell aus dem Wasser, was so unvorsichtig war, direkt unter der Wasserlinie zu schwimmen.
So elegant wie die Fischadlerjagd aussieht, so ungewiss ist allerdings der Jagderfolg. Nur etwa jeder fünfte Fisch, den Fischadler zu fangen versuchen, endet tatsächlich als Beute. Hat sich der Adler bei der Größe des Fisches verschätzt, geht er mit leeren Fängen aus, denn er kann zwar problemlos tauchen, aber nur sehr kurz. Klappt das Manöver aber, fliegt er mit dem Fisch in den Klauen auf und schüttelt lässig die Tropfen aus dem Gefieder – ein wahrlich spritziger Anblick.

Bis heute werden Fischadler leider von ihren menschlichen Nahrungskonkurrenten verfolgt und abgeschossen. Jagd ,Wilderei und Abschuss an Fischteichen haben in vielen Gebieten Mitteleuropas zur drastischen Abnahme der Bestände und stellenweise zum Erlöschen der Art geführt. Weitreichende Gewässerverschmutzung und die folgende Artenverarmung und Reduzierung der Fischbestände sind für die Rückgänge jedoch mindestens ebenso stark verantwortlich. Dazu kommt das geringe Angebot an hohen, herausragenden Bäumen in Wirtschaftwäldern.

Besonders in Polen, wo der Jagddruck aktuell noch immer hoch ist, aber schließlich  auch in allen anderen Gegenden Mitteleuropas sind verbesserte Schutzvorschriften und die Aufklärung der Bevölkerung dringend geboten.

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Aufnahme: D. Wallschläger
Ort: Penzin, Mecklenburg
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