Meister im "Song-Ping-Pong"

Die Amsel (Turdus merula)

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Ihre einstige Scheu als wilde Waldvögel haben die Amseln scheints weitgehend abgelegt. Obgleich sie erst Ende des 18. Jahrhunderts begannen, menschliche Siedlungen zunächst als Winterquartier, später als ganzjährigen Standort zu erobern, zählen sie heute zu den erfolgreichsten Kulturfolgern überhaupt. Als Standvögel besiedeln sie Gärten, Parks, Straßenbäume und vereinzelt sogar Balkonkästen.

Die Beobachtung, dass Zivilisationsgeräusche zahlreich Eingang in den Gesang der Amsel fanden und die Intonation ihrer Gesangsmotive Menschenohren so vertraut harmonisch erscheint, bringt manche Forscher ins Grübeln. Wer weiß, wie Amseln sangen, als sie noch nicht von den Klängen der Städte umgeben waren und mit ihrem Gesang darauf eingingen?

Amselgesang ist Menschen in Europa ebenso vertraut wie in Nordwest-Afrika, in China, Indien, Australien oder Neuseeland. Überall hier sind Amseln verbreitete und häufige Brut-und Jahresvögel.

Die schwarz gefiederten Männchen haben einen kräftig gelb gefärbten Schnabel und einen gelben Augenring. Die Weibchen sind obenauf dunkelbraun oder oliv und an Kehle und Brust graubraun, gelb- oder rötlichbraun gestreift oder gefleckt.
Amseln gehen eine feste Paarbeziehung oft nur für eine Saison ein, mitunter jedoch auch dauerhaft. Die tagaktiven Vögel bauen ihre Nester an den verschiedensten Standorten, in bodennahen Asthaufen, in Hecken, Sträuchern oder auch auf Bäumen.

Den Geschmack von Amseln treffen einerseits Regenwürmer und Käfer, andererseits süße, fleischige Früchte bestens.
Zur Brutzeit sind dazu vor allem noch Kleintiere wie Ameisen, bodenbewohnende Larven und gern auch Schnecken gesuchte Menübestandteile. Später im Jahr überwiegen je nach Reifezeit wechselnde Fruchtarten.
Gartenfreunde mit vielen Obstgehölzen wissen ein Lied von den Feinschmeckern im Federkleid zu singen, mit denen sie ihre Erträge teilen müssen, es sei denn, sie verpacken alles, was fruchtet, in Netze.

Witzig anzusehen sind Amseln als hingegossene Sonnenanbeter. Da sitzen sie dann am Boden in der prallen Sonne mit ausgebreiteten Flügeln und gespreitzen Schwanzfedern und lassen sich ausgiebig aufheizen. Kein ganz ungefährliches Vergnügen, denn dösend ins Sonnenbaden vertieft, kann eine Amsel leicht einer jagderprobten Hauskatze in die Fänge geraten.

Die Bestände der Amsel sind in Mitteleuropa großflächig dicht und ziemlich stabil. Besondere Erhaltungs- und Schutzmaßnahmen für die schwarzen Sänger sind danach augenblicklich nicht erforderlich.

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Aufnahme: Hannu Jännes
Ort: Finnland
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