Eisenblauen Glanz in der Stimme

Der Eisvogel (Alcedo atthis)

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Die schillernden Blau- und Grüntöne obenauf und das Kupferrot mit wenig Weiß an der Unterseite des Eisvogelgefieders wirken exotisch auf den Betrachter. Tatsächlich ist der europäische Eisvogel der einzige Vertreter einer Gattung, deren übrige 90 Arten in den Tropen leben.

Weiter nach Osten hin, wo Schnee und Eis das Überleben im Winter richtig hart machen, verlassen Eisvögel im Herbst ihre Brutgebiete und ziehen in den Süden zu ihren tropischen Verwandten. Dass es viele Mitteleuropäer aber trotz Winterkälte nicht unbedingt in wärmere Gefilde zieht, hat vielleicht damit zu tun, dass die Konkurrenz um rare Brutplätze mehr Druck auf sie erzeugt als die ungemütliche Witterung. Vielleicht hat das dem schönen Vogel bei uns auch seinen Namen eingetragen, vielleicht aber auch der eisenblaue Gefiederglanz.

Leider ist der Anblick des farbenprächtigen Fischjägers in freier Wildbahn in unseren Breiten seltene Glückssache geworden. Das liegt vor allem an der immer noch verbreiteten Rücksichtslosigkeit, mit der Menschen ihren Anspruch auf Lebensraum weit über den von Wildtieren stellen.
Brutplätze für Eisvögel müssen Voraussetzungen bieten, die nur noch an wenigen Stellen wirklich gegeben sind. Zugleich Höhlenbrüter und Fischesser, brauchen die Tiere natürliche Steilufer an sauberen Gewässern mit einem artenreichen Fisch- und Kleintierbesatz.

Doch der Ausbau und die Kanalisierung von Fließgewässern zu reinen Verkehrswegen und die Gewässerverschmutzung durch Industrie und Landwirtschaft haben in der Vergangenheit solche Lebensräume in großem Umfang beseitigt. Das hat - nicht nur für Eisvögel - zu empfindlichen Bestandsminderungen geführt. Zwar hat stellenweises Umdenken bei der Uferverbauung diese Entwicklung im vergangenen Jahrzehnt etwas abgebremst.

Trotzdem bedeuten die Auswirkungen der industriellen Landwirtschaft auf unsere Gewässer und ihr Nahrungsangebot weiter schwerwiegende Standortnachteile für den Eisvogel in Mitteleuropa. Auch die immer noch stattfindenden, großen Flußbauprojekte für den Schiffsverkehr sind eine ernste Bedrohung für die weitere Entwicklung der Eisvogelbestände!
 

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