Virtuos vertonte Frühlingsgefühle

Die Nachtigall (Luscinia megarhynchos)

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Den geeigneten Platz für das Nest bestimmt das Männchen, den Bau übernimmt das Weibchen. Nachtigallen bauen ihre Nester meistens am Boden, zwischen dichten Kräutern, sehr nah an oder im Gebüsch, seltener auch in bodennahen Astgabeln von Sträuchern.  Während das Weibchen zwei Wochen lang brütet, besorgt ihr Partner Futter für beide. Ihr Menü enthält Insekten, Spinnen, Würmer und Schnecken, im Winterquartier auch Samen und Beeren. Das Männchen füttert später auch die Jungvögel mit, zeitweise sogar allein.

Der globale Bestand von Nachtigallen hat seit Ende des neunzehnten Jahrhunderts deutlich abgenommen. Zwar sorgte die große Beliebtheit dieser Singvogelart schon früh für Schutzmaßnahmen. Trotzdem und auch bei gebietsweise unterschiedlicher Entwicklung und Schwankungen durch natürliche Einflüsse ist der generelle Rückgangstrend  ungebrochen.  Die wichtigsten Gründe liegen in den immer noch wachsenden Verlusten geeigneter Lebensräume. Das gilt für die Brutgebiete ebenso wie für Rastplätze auf den Zugrouten und für die Winterquartiere. In Mitteleuropa werden zum Beispiel natürliche Landschaften wie Flußauen, Buschlandschaften und Naturwälder mit reichlich Unterholz durch intensive Flächenbewirtschaftung und Bebauung immer weiter verdrängt. Das Nahrungsangebot in den übrig gebliebenen Biotopen leidet zudem erheblich unter dem landwirtschaftlichen Pestizideinsatz. Und schließlich setzen den Beständen der Nachtigall auch Südeuropäische Feinschmecker mit ihren Fangnetzen und die generell gewachsene  Zahl der Hauskatzen immer noch zu.

Auf der Roten Liste der Brutvögel Mitteleuropas ist die Nachtigall zwar nicht als global bedrohte Art geführt. Sehr wohl sind jedoch die Bestände in einigen Gebieten bedroht oder gefährdet, teils sogar so erheblich, das dort mit dem vollständigen Erlöschen zu rechnen ist.

Wie so oft, wenn es um die Erhaltung der Artenvielfalt geht, sind Schutzmaßnahmen, die diese Situation bessern könnten, leicht zu nennen, aber nur mit viel Engagement und Beharrlichkeit durchzusetzen. Zugvögel zeigen uns auch, wie sehr der Artenschutz ein Thema für globale Übereinkünfte und Zusammenarbeit ist. Denn die Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen in den Brutgebieten und auf Zugrouten ist auch von der Qualität und Zahl der Winterquartiere abhängig, die Nachtigallen im Süden vorfinden.

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Aufnahme: K. Conrads
Ort: Bielefeld
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