Klangschliff wie vom Wetzstahl

Der Turmfalke (Falco tinnunculus)

Englisch: Common Kestrel
Französisch: Faucon crécerelle

Wie schnell, wie hoch und wie laut ein Turmfalke schreit, hängt davon ab, was ihn gerade dazu reizt. Eine Flugschau, die Reviergrenzen markieren soll, wird zum Beispiel mit lauten, hohen Schreien begleitet, die eine Reihe spitz klingender "i"s in schneller Folge mit harten Konsonanten gleichsam zerhacken. Solche Laute signalisieren jedenfalls erhöhte Abwehrbereitschaft. Sie sind in vergleichbarer Form auch zu hören, wenn Störenfriede dem Nest zu nahe kommen.

Auf dem Balzflug in eleganter Drehung zur Seitenlage lässt das Männchen solche erregten Rufe hören, um damit zugleich potentielle Rivalen einzuschüchtern und interessierten Weibchen zu imponieren.

Beide Geschlechter haben ein kleines Repertoire verschiedener Lautäußerungen, wobei die Weibchen sich etwas differenzierter zu äußern vermögen als die Männchen. Ihre Zustimmung zur Paarung geben weibliche Turmfalken mit einem Laut, der Ähnlichkeit mit dem Ruf hungriger Jungvögel hat. Das Männchen zeigt dem Weibchen nach der Paarung das Nest und lockt es mit leiseren, hellen Rufen zur Eiablage.

Das stimmhafte, deutliche "i" ist ein so prägendes Charakteristikum aller Turmfalkenrufe, dass sogar der lateinische Name darauf Bezug nimmt: das Verb "tinnere", auf den der Zusatz "tinnunculus" zurückgeht, heißt soviel wie "klingeln", "schellen" oder "schreien".

Seite 1 | Seite 2 | Seite 3

zurück zur Übersicht

© Copyright 2017 by Gundula Oertel. Alle Rechte vorbehalten.

Sie wünschen diese Tierstimme als Handy-Klingelton?
Download-Codes dafür erhalten Sie sofort nach Ihrer Spende für die Natur!

Aufnahme: G.Tembrock
Ort: Mühlenbeck, Brandenburg
Alle Rechte vorbehalten.

Falls Sie Probleme beim Abspielen der Klingeltöne haben, bitte installieren Sie die aktuelle Version des Adobe Flash Players: